SPORTS #1: The Godfather of boxing gloves

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  • Durch Christian Gummig
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Der Boxsport kennt unzählige schillernde, größenwahnsinnige und besessene Charaktere. Das solche auch unter den Herstellern von Boxhandschuhen zu finden sind, war uns allerdings neu.

 

Filippo di Nardo, soviel steht fest, hat eine ziemliche Meise, aber solche Dinge sehen wir hier ja eher positiv. Und da er wie wir eine große Leidenschaft für den Boxsport hegt – man kann auch sagen, er sei davon besessen – nehmen wir ihm erst recht nichts krumm. In diesem Kontext finden wir es zum Beispiel völlig normal, dass Filippo nicht nur darüber nachdenkt, wie Boxstiefel wohl als echte Gentleman-Boots komplett mit der Perforierung klassischer Brogues aussehen würden, sondern diese auch gleich in jeder denkbaren Farbkombination nach Maß (und für beträchtliches Geld) für den eleganten Fighter herstellt.

 

Denn das ist es, was di Nardo macht: Die vielleicht besten, auf jeden Fall aber extravagantesten Boxutensilien der Welt. Filippo Leccese di Nardo wurde 1978 in Turin in einer Familie von italienischen Schneidern geboren, die sich auf Haute Couture und Lederwaren spezialisiert und diese Kunst von Generation zu Generation weitergegeben haben. Im Jahr 2006, nach jahrelanger Ausbildung und Erfahrung in der Familienschneiderei, beschloss er, sich der Schaffung der ersten vollständig in Italien handgefertigten Boxhandschuhe zu widmen, mit dem Ziel, dem Boxsport den "besten, schönsten, leistungsfähigsten, begehrtesten und langlebigsten Handschuh der Welt" zu bescheren. Ja, das sagt er wirklich so. Und da ihm ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein und offenbar auch ein gewisser Narzissmus zu eigen sind, bezeichnet er sich selbst nicht nur als den "Godfather of Boxing Gloves“, sondern hat sich auch gleich sein Markenzeichen, ein vierblättriges Kleeblatt, auf die Wange und diverse andere Körperteile stechen lassen.

            

 

 

Sein Paradeprodukt, die Turnier-Handschuhe sind – natürlich – ein Traum: Lizensiert für alle gängigen Box-Verbände, in reiner Handarbeit und nur auf Bestellung gefertigt, in jeder denkbaren Farbkombination, unterschiedlich gefüttert je nach Kampfstil des Boxers, natürlich nur geschnürt erhältlich und mit kostenloser lebenslanger Wartung der Fütterung. Die Preise sind – ebenso natürlich – das, was man landläufig als „eye-watering“ bezeichnet, und da es neben Handschuhen auch individuell gefertigte Pratzen, Springseile, Suspensorien, Helme und die erwähnten Stiefel gibt, lässt sich für eine Komplettausstattung unproblematisch ein mittlerer fünfstelliger Betrag ausgeben. Wer diese Art von Geld gerade nicht für seinen Sport zur Verfügung hat, findet immerhin auch eine kleine, erschwinglichere Sportswear-Auswahl – oder kann sich, wenn er denn über angemessenes Talent und einen Profivertrag als Kämpfer oder Coach verfügt, um ein Sponsoring bewerben. Von einem di Nardo-Handschuh, da sind wir uns sicher, wird man jedenfalls so stilvoll wie nirgends sonst auf die Bretter geschickt, und guter Stil, aber das wissen Sie natürlich längst, ist ja beim Boxen alles.

 

https://filippodinardo.com

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